Von Quito nach Cuenca

Jetzt sind wir seit genau einer Woche unterwegs, so dass ich Dir wohl die ersten Informationen schuldig bin wie es mir hier seitdem ergangen ist. Bilder des Starts und der ersten Etappen findest Du in einem eigenen Album.

Die Tage vor dem Start in Quito waren eher unspektakulär. Außer sich an die dünne Luft gewöhnen zu müssen und die Stadt anzuschauen, ist nicht viel passiert. Außerdem war man einen Großteil der Zeit damit beschäftigt 4-5 Liter Flüssigkeit pro Tag aufzunehmen, damit die Kopfschmerzen nicht allzustark wurden.

Dann sollte es endlich losgehen!
Der erste Tag war allerdings abgesehen von der Tatsache, dass es nun los ging, nicht sonderlich spektakulär. Zuerst fuhren wir gemeinsam die ca. 27km bis zum Äquator. Der Hinweg war dabei weniger ein Problem als der Rückweg, da es zum Äquator hin quasi ausschließlich bergab ging.
Nach einigen Formalitäten und vielen Fotos war der Rückweg nicht ganz so einfach. Zwar waren wir jetzt komplett, da Axel und Anna aus Schweden gerade noch rechtzeitig zum Start am Äquator ihre Räder aus dem Zoll befreien konnten, dafür gab es bereits die ersten technischen Probleme. Peter aus Dänemark hatte eine falsche Kombination aus Kette und Kassette montiert, so dass es nur sehr langsam voran ging.

Die nächsten beiden Tage waren aufgrund der etwas komplizierteren Streckenführung aus dem Gebiet um Quito heraus ebenfalls noch neutralisiert, wurden jedoch im eigenen Tempo gefahren. Dies war als Eingewöhnung ganz angenehm, insbesondere wenn man auf dieser Höhe auch noch über tausend Höhenmeter überwinden muss.
Die 2.Etappe führt uns nach Latacunga in das vermutlich luxuriöseste Hotel der Tour. Das Wetter ist die ganzen Tage unbeständig und nie besonders warm. Insbesondere auf den schnellen Abfahrten ist es ziemlich frisch!
Auf der 3.Etappe nach Riobamba gibt es bereits das erste Mal Probleme mit der Streckenführung, so dass die Hälfte keine Verpflegung bekommt. Vier Holländer enden völlig ab der Route und brauchen über zwei Stunden auf einem Pick-Up um das Etappenziel zu erreichen.
Auf der 4.Etappe ist dann auch das Rennen eröffnet. Auf der kurzen Etappe nach Guamote erreichen wir zu dritt (mit Erik und Peter B.) das Etappenziel in dem kleinen Dorf. Probleme sind dabei immer dass Hotel bzw. in diesem Fall die Unterkunft zu finden. Die Beschreibungen auf der Karte sind nämlich selten besser als die Karten selbst, aber mit ein bisschen Phantasie und einigen Nachfragen findet man immer zum Ziel.
Auf der 5.Etappe habe ich dann das erste Mal Probleme. Auf den rasenden Abfahrten (max. Geschwindigkeit: 91,8km/h!!!) erhitzen sich meine Scheiben-Bremsen so stark, dass meine Bremse am Hinterrad nicht mehr richtig funktioniert. Wenn dann auf den steilen Abfahrten die Vorderbremse stärker greift und der Lenker anfängt hin- und her zu wackeln ist das bei Tempo 70 eher unangenehm. Folglich verliere ich auf der langen Abfahrt ein wenig Zeit auf Erik – das war insbesondere auf Abfahrten nicht so geplant… Am Lunch-Stopp treffe ich ihn allerdings noch an, so dass wir die zweite Hälfte dann doch noch gemeinsam fahren konnten. Seitdem versuche ich nur noch dann zu bremsen wenn es nötig ist und vorallem die Bremse nicht mehr schleifen zu lassen, so dass sich die Bremsscheibe nicht so leicht aufheizt. Seitdem habe ich auch keine Probleme mehr und fühle mich mittlerweile auch auf den Abfahrten wieder sicher! Das Cucuma Pimenta verrichtet aber sonst zuverlässig seine Arbeit. Vorallem auf den Abfahrten ist es schnell unterwegs. Nur bergauf ist es irgendwie ca. 20kg zu schwer… ;-)
Die 6.Etappe war die härteste der ersten Woche! Fast 2000 Höhenmeter auf 70km haben Spuren hinterlassen. Und wie es der Zufall wollte wurde das erwartete Bushcamp durch zwei alte Hostals ersetzt, da der Weg zu dem vorgesehenen Platz zum Campen für die Trucks nicht befahrbar war. Aber bei ca. 10° und Nieselregen und ordentlich Wind, war da keiner traurig drum! Der Wind hatte auch schon während der Etappe dafür gesorgt, dass wir den einen Pass mit ca. 5km/h überquert haben und auf der darauffolgenden Abfahrt musste fast genauso hart gearbeitet werden. Seitliche Windböen in der Abfahrt machten das ganze später dann auch nicht ungefährlicher… Am letzten Anstieg können Erik und ich dann Peter nicht mehr folgen, so dass dieser mit einer Minute Vorsprung im Ziel ist.
Die 7.Etappe wird nur bis zum Lunch-Stopp gewertet, da der Weg danach hinein nach Cuenca schwierig ist. Doch genau dies wird viel Diskussionen sorgen! Während des Anstiegs auf den Pass bei ca. 23km kann ich Dirck, Erik und Wilbert einigermaßen folgen, setze aber von vorneherein auf die Abfahrt. Während dieser kann ich Erik ein kleines Stück abhängen und fahre zu Dirck auf. Dass Dirck und ich dann die richtige Abfahrt nehmen, Erik aber weiter geradeaus fährt ist vielleicht einfach Glück gewesen. Erik merkt dass er falsch ist, trifft aber auf dem Rückweg Wilbert, welcher auch falsch gefahren ist und folgt ihm dann direkt nach Cuenca ohne den Lunch-Stopp und somit das Ziel der Etappe zuerreichen. Daraufhin erhält Erik 15min Zeitstrafe. Es wird viel diskutiert, ob er nicht eine 12-Stunden-Strafe hätte bekommen müssen, aber bis nach Ushuaia sind es noch eine Kilometer…

Jetzt muss ich ins Bett, da es morgen früh weiter geht! Aber nach zwei Etappen ist in Loja der nächste Ruhetag, wo ich wieder von mir hören lasse…

 

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