Huanchaco

Es ist zwar schon mitten in der Nacht, aber morgen geht es wieder weiter. Also noch ein paar Zeilen wie es mir während der letzten 7 Etappen von Loja nach Huanchaco ergangen ist.

Dass ich ein wenig erkältet war, weißt Du. Dementsprechend anstrengend waren die nächsten Etappen. Und auch nachdem es gesundheitlich wieder etwas besser ging, war das Rad fahren mehr harte Arbeit als Spaß…

Gleich am ersten Tag von Loja nach Catacocha war es brütend heiß und es warteten zwei lange Anstiege auf uns Fahrer. Ich ließ es von Beginn an langsam angehen, da ich mich an diesem Morgen immer noch krank fühlte. Der Weg aus der Stadt führte auf einem wenig befahrenen alten Teilstück der PanAmericana auf den ersten Gipfel. Dementsprechend schlecht war auch der Straßenbelag – wenn man das Meer aus Schlaglöchern noch als solchen bezeichnen mag… Das machte sich natürlich auf der langen Abfahrt bemerkbar – ich noch hatte noch meine dünnen Slick-Reifen aufgezogen, da die Etappe als asphaltiert eingestuft war. Schon relativ zu Beginn der Abfahrt habe ich ein Schlagloch so ordentlich mit dem Hinterreifen getroffen, dass ich meinen ersten Platten versorgen durfte… Das hat natürlich nochmal mehr Zeit gekostet, aber an diesem Tag ging es mir in erster Linie ums heil ankommen. Der letzte Abschnitt vor dem finalen Anstieg nach Catacocha war nochmal sehr “rough”, so dass mich eine kurze Unachtsamkeit beinahe bei hohem Tempo über den Lenker geschleudert hätte. Im Gegensatz zu Jasper, welcher später blutverschmiert ins Ziel kam, konnte ich einen Sturz aber irgendwie verhindern. Verloren habe ich auf Peter an diesem Tag ganze 28 Minuten, was mir angesichts der Tatsache, dass ich mich auf dem Rad im Laufe des Tages immer besser fühlte, relativ gleichgültig war. 28 Minuten Unterschied hieß in diesem Fall für die Gesamtwertung: Unentschieden!
Am nächsten Tag ging es mir nur unwesentlich besser. Vielleicht hätte ich den ganzen Nachmittag lieber im Bett verbracht, als mit einer großen Gruppe auf dem Plaza des kleinen Ortes in der Sonne Bier zu trinken… Da ich am nächsten Tag den etwas versteckten Lunchtruck übersehen habe, kam ich an diesem bislang heißesten Tag (40° C.) mit etwas Vorsprung vor Peter ins Ziel… Nachdem am Tag der erste Tribut an die Anstrengungen gezollt werden musste, war es heute Axel, welcher bereits nach 5 km auf einer erneut schlechten Straße stürzte.
Am Tag darauf ging es über die Grenze nach Peru und das erste Land war geschafft! Nachdem morgens um 8 Uhr tatsächlich noch ein nüchterner Grenzbeamte aufgetrieben werden konnte, welcher in der Lage war den Computer zu bedienen, machten wir uns auf die ersten Kilometer in Peru – auf welchen uns der erste unasphaltierte Streckenabschnitt erwarten sollte. Bis Kilometer 90 waren wir mit einer größeren Gruppe unterwegs, dann zeigte sich schnell, dass ein Cross-Rennrad (Erik) nicht das geeignetste Gefährt ist… Aber auch Peter und ich stürzten auf dem unbefestigten Abschnitt. Allerdings bei einer Flussdurchquerung, bei welcher uns auf dem rutschigen Beton die Räder wegrutschten. Also kamen wir beide mit einem kleinen blauen Fleck und einer willkommenen Abkühlung davon!
Dann folgen weitere vier Tage entlang der Küste bis nach Huanchaco welcher überwiegend flach uns öde waren, so dass die täglichen ca. 120km zur Arbeit wurden, welche man bei Gegenwind in der Gruppe erledigte.

Der Ruhetag in Huanchaco ist jetzt auch rum und morgen geht es wieder los in Richtung Berge! Dabei werden uns wieder viele Höhenmeter und deutlich mehr Off-Road-Passagen erwarten.

Die Erkältung ist bis auf ein bisschen Husten einigermaßen unter Kontrolle. Hoffentlich kann ich mich in den nächsten beiden Bushcamps vollständig erholen, so dass Du in 4 Tagen aus Huaraz auch wieder Fotos und evtl. auch wieder ein Video zu sehen bekommst…

 

2 mal kommentiert ↓

  1. Danni sagt:

    Herrlich mal wieder was längeres lesen zu können :-) ..betrunkene Beamte – super! Gut, dass deine Abgänge bisher glimpflich verliefen..toi toi toi weiterhin. Gruß
    Danni

  2. Jonathan sagt:

    Moin Hama,
    lass es krachen – bleibt zu hoffen, dass Du in den Bergen endlich besser wirst ;-)
    viel Erfolg weiterhin!
    Gruß und Kuss,
    J.

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