Huanuco-Huancayo

Hua, Hua, Hua…

So langsam verliere ich auch den Überblick, aber ein Blick in die Route verrät, dass es jetzt nach einem Viertel der Strecke mit den ganzen Huas jetzt vorbei ist! Was wir bisher absolviert haben siehst Du in der grafischen Übersicht (“Rechtsklick -> Grafik anzeigen” – anders gehts grad glaub ich nicht…)!

Nach dem Ruhetag in Huanaco ging es zunächst stetig bergauf. Zum einen was meine Gesundheit und damit auch Leitung an ging, zum anderen aber vorallem auch geografisch!

Übersicht 1. Viertel

Die erste Etappe nach dem Ruhetag war soetwas wie die Königsetappe. Zumindest war dies die Etappe mit den meisten Höhenmetern (laut Plan 2615). Erschwerend kam hinzu, dass dabei ein Höhenunterschied von rund 2500m überwunden werden musste um eine der höchstgelegenen Städte der Welt auf knapp 4.400m ü NN zu erreichen. Dies ist zugleich der höchste Etappenort an dem wir eine Nacht verbringen. Als das Rennen gerade Fahrt aufnehmen wollte, wurden wir zunächst von einer Baustelle ausgebremst. Offziell war es einzig in der Mittagspause zwischen zwölf und dreizehn Uhr erlaubt die Baustelle zu passieren. Dies ist bei 90 noch zu fahrenden Kilometern natürlich vorallem für die langsameren ein großes Problem, also versuchte Susana mit der Polizei und den Arbeitern eine Ausnahme für uns und die Trucks rauszuhandeln. Nach einigem Hin und Her und über einer Stunde Warten durften zumindest die Räder schiebend die zwei Kilometer lange Baustelle passieren. Die Trucks mussten warten, das hieß, dass die jenigen die der Truck nicht von Kilometer 80 überholen würden ohne Verpflegung auszukommen hätten und sich selbst um Wasser u.ä. kümmern müssten. Die Gruppe wurde immer kleiner, bis ich irgendwann alleine die letzten 30km hinauf nach Cerro de Pasco durch Regen, Hagel und Gewitter bewältigen musste. Kurz vor dem Pass und der folgenden 3km langen Abfahrt in den Ort musste ich stoppen um mit einer Cola wenigstens noch etwas Energie zu mir zu nehmen. An normale Verpflegung war während dem langen, kalten Anstieg und den ziemlich früh eiskalten Fingern nur schwer zu denken. Spätestens auf der Abfahrt mit nur noch einem Handschuh spürte ich meine Finger garnicht mehr und war nur darauf bedacht, vorsichtig hinter den Polizei-Motorrädern herzufahren, welche mich glücklicherweise durch den absolut unübersichtlichen, wolkenverhangenen Ort zum Hotel lotsten. So konnte ich wenigstens die in meiner verkampften linken Hand hängende und sich im Regen langsam aber sicher auflösende Karte vernachlässigen…
Das “Aufwärmprogramm” im Hotel mit Suppe, Tee und wärmenden trockenen Klamotten war insbesondere für die Hände sehr schmerzhaft. Immerhin konnte ich dieses zitternde Schicksal schon nach 8 Minuten mit Peter und Jasper teilen, welche nach mir das Etappenziel erreichten.
Nach einer kalten, wenig erholsamen Nacht in einer heruntergekommenen Absteige folgten zwei Tage mit vielen Kilometern aber hauptsächlich entlang eines Flusslaufes, d.h. mit nicht so vielen Höhenmetern, welche in der Gruppe relativ schmerzfrei überwunden werden konnte. Jedoch konnte ich auch hier wieder einige Minuten gutmachen… Wie schon in der Nacht in Cerro de Pasco habe ich auch in den beiden darauffolgenden Nächten auf etwas geringerer Höhe Schwierigkeiten erholsam zu schlafen, da ich mehrmals in der Nacht aufwache und gerne mehr Sauerstoff einatmen würde als vorhanden ist. Ich hoffe, dass wird in den nächsten Tagen besser. Für die nächsten Wochen bis nach Argentinien werden wir uns nämlich nur selten unterhalb von 3000m aufhalten!

 

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