Salta-Chilecito

Auf den letzten sechs Etappen haben wir weiterhin die Vorzüge Argentiniens genießen können. Meistens gute Straße, wenig Verkehr und keine längeren Anstiege. Trotzdem sammeln wir täglich fleißig Höhenmeter – knapp 60.000 haben wir bislang überwunden! Weniger bergige Etappen heißt häufig jedoch längere Tagesstrecken. Im Mittel haben wir seit Salta 110km am Tag zurückgelegt.

Während es im letzten Abschnitt im Schnitt 110km pro Tag waren, erwarten uns auf den nächsten 6 Etappen bis nach Mendoza nicht nur mehr unbefestigte Straßen und wieder mehr Anstiege, sondern auch Etappen welche allesamt mindestens 110km lang sind. Ich denke, es sind alle froh, wenn wir in Mendoza sind. Auch weil es hier in Chilecito nicht wirklich viel zu tun gab. Dafür hatten wir einen wirklichen RUHEtag!

Seit Salta befinden wir uns häufig in Tälern in welchen sich ein Weingut an das nächste reiht. Manchmal erinnert die Landschaft an Südfrankreich, manchmal, wenn man auf in einer Ebene entlang der Bergketten fährt aber auch an die hessische Bergstraße. Auch wenn wir jetzt hauptsächlich auf Campingplätzen übernachten, heißt das nicht, dass wir nicht die Möglichkeit haben abends nach dem Essen noch auf eine Flasche Wein in eine Bar am Plaza in die Stadt zu gehen…

Als die Etappen noch nicht ganz so lang waren durften wir noch eine Stunde länger schlafen. Doch mit den wieder schwereren Etappen von deutlich über 100km und der Frühlingshitze von deutlich über 30° C. klingelt der Wecker wieder um 6:30 Uhr!

Danach passiert mittlerweile alles halbautomatisch. Die Abläufe sind immer die gleichen. Frühstück gibt es in diesem Fall ab 7:00 Uhr. Es reicht aber wenn man 15 Minuten später dort erscheint – viel zu verpassen gibt es nicht! Aber hin muss ich um den Teilnehmern meiner Studie den täglichen Fragebogen vorzulegen. Und die Kalorien werden eher nach der Etappe in Form von Cola, Eis und dem Abendessen zu sich genommen.
Nach dem Frühstück noch schnell das Zelt abgebaut, Flaschen aufgefüllt und hoffen, dass am Rad nichts defekt ist, dass sich nicht über Nacht ein Platten eingeschlichen hat. Viel Zeit für extra Reparaturen ist in dem engen Zeitplan nicht.

Etappenstart ist dann immer eine Stunde nach Frühstücksbeginn – also um 8:00 Uhr. Es kommt vor, dass manchmal ein paar Minuten auf jemand gewartet werden muss. Aber das gleicht sich mit der Zeit wieder aus. Nur wer bereits vor 8:00 Uhr startet um nicht allzulange in der Mittagshitze fahren zu müssen wird mit einer Strafe von einer Stunde belegt.

Nach zwei bis drei Stunden ist die erste Gruppe dann in der Regel am Lunchstopp, welcher uns auf halber Strecke zur Verfügung gestellt wird. Neben Sandwiches und Früchten gibt es die Gelegenheit die Trinkflaschen aufzufüllen und technischen oder medizinischen Support von Filip oder Didier zu bekommen. Dann nochmal zwei bis drei Stunden für die zweite Hälfte bis ins Camp.

Dort steht dann Suppe, Tee und Wasser bereit um sich zu erholen. Dies Angebot wird in der Regel durch Softdrinks, Chips und Kekse vom nächsten Kiosk ergänzt. Erst nach einer ausreichenden Erholung wird dann langsam das Zelt aufgebaut, geschaut ob es eine Dusche gibt und ggf. etwas am Rad repariert, geputzt oder modifiziert.

Bis zum Abendessen, meistens 18:00 Uhr, muss ich dann auch meine Hausaufgaben erledigt haben und die Daten der Etappe aus den Polar Herzfrequenzmessern der Teilnehmer auslesen. Die ersten verschwinden direkt nach dem Essen nämlich bereits in den Zelten! Schlaf zwischen neun und zwölf Stunden sind keine Seltenheit…

Darum muss ich jetzt auch ins Bett um nicht völlig aus dem Rhythmus zu kommen…

 

1 mal kommentiert ↓

  1. S sagt:

    ah! dir scheint es ja doch wieder gut zu gehen – und bist ja auch wieder vorne mit dabei in der tageswertung. schpitze!
    übermorgen ist mein praktikum rum, dann muss ich nicht mehr um 6h morgens aufstehn, juhu!
    war interessant zu lesen, wie dein tag so verläuft! machs gut!

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