Chilecito-Mendoza

Wieder haben wir einen Abschnitt beendet und genießen den Ruhetag in Mendoza!

Die langen Etappen der letzten sechs Tage (im Schnitt 120km) haben Spuren hinterlassen. Vorallem weil die Straßenverhältnisse recht extrem waren. Die ersten beiden Tage waren diesbezüglich noch einigermaßen ok. Mein größtes Problem waren sehr merkwürdige Schmerzen am rechten Hüftgelenk.


Es ist jedoch weder ein Problem mit dem Gelenk oder der Muskulatur selbst, so dass ich beim Treten (Triebeln) kein Problem habe. Allerdings wird mit einer gewissen Erwartbarkeit morgens nach ca. 1 Std. der Bereich in der Hüftbeuge bzw. seitlich davon taub. Noch ein wenig später ist dann alles so empfindlich, dass bei Stößen ein ganz, ganz übler stechender Schmerz auftritt. D.h. bei jedem kleinen Hubbel auf der Straße, beim Schalten oder im schlimmsten Fall das Waschbrett der Schotterstraßen… Nach einer Weile – mit einer gewissen Verlässlichkeit nach der Pause am Lunch-Stopp – ist es dann kein Problem mehr… Mit ein wenig herumprobieren habe ich festgestellt, dass es ein relativ hoher Sattel relativ direkt Besserung bringt. Klingt einfach. Da jedoch meine Sattelstange gerne ein wenig reinrutscht muss ich die Höhe regelmäßig korrigieren. Ich vermute einen gereizten Nerv oder ähnliches. Aber woher es wirklich kommt habe ich keine Ahnung…

Am dritten Tag ging es dann mal wieder nur Bergauf! 110km und knapp 2000 Höhenmeter. Die letzte 36km davon auf der schlechtesten Straße die wir bisher hatten. Und wir hatten schon schlechte Straßen… Teilweise loser Schotter oder Sand, teilweise Waschbrett. Dazu eine öde Steinwüste mit vereinzelten Büschen – landschaftsgärtnerisch eine Katastrophe! Die schneebedeckten Bergketten in der Ferne sind schön, aber den Blick sollte man nicht in die Ferne schweifen lassen. Aber nachdem ich den Sattel mal wieder ein Stück hochgestellt hatte, kam ich ganz gut zurecht und konnte die Lücke zu Peter schließen und kam letztendlich mit 8 Minuten vor Peter im kalten und windigen Tocota an. Eine weitere Flasche Rum, die man für jeden Solo-Etappensieg für einen der langen Abende im Camp kaufen muss…
Die Routenwahl gegenüber der sicherlich einfacheren Ruta 40, welche dabei noch deutlich kürzer ist, führte bei einigen Teilnehmern allerdings zu regem Unmut!

Am nächsten Tag ging es dann in gleicherweise den ganzen Tag bergab. Glücklicherweise war die Straße auf diesem Abschnitt zumindest etwas besser. Wieder Rum!

Eine deutlich holperige Abfahrt hatten wir dann gestern zu bewältigen. Auf einer Strecke mit angeblich über 300 Kurven hinunter in das Tal von Mendoza hatte man wieder wenig Gelegenheit den Blick schweifen zu lassen. Die Hände verkrampfen am Lenker, gebremst wird quasi ununterbrochen und der Blick scannt nur den Bereich in den 10m vorm Vorderreifen, dass einem keine Details, kein Stein, kein Käfer der über die Straße krabbelt, entgeht.

Den gestrigen Abend haben wir dann mit einem kleinen Grillfest zur Feier unserer Krankenschwester Didier begonnen. Wird Zeit, dass wir wieder Radfahren dürfen um uns vom Ruhetag zu erholen…

 

2 mal kommentiert ↓

  1. Jonathan sagt:

    Ey Martin,

    hau rein – bin immer ganz neidisch, wenn ich Deinen Blog lese…
    Gute Besserung mit der Hüfte!
    Grüße aus Landau,
    J.

  2. Martin sagt:

    So soll es sein!
    Ich hoffe ihr habt es schön kalt… ;-)

    Im Moment sitze ich in einem Cafe auf der schattigen Terasse mit eiskalten Getränken. Gestern war es allerdings “etwas” windiger und kälter…

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