Mendoza-Chos Malal

Wir sind seit 2 Tagen in Patagonien!
Wir haben stürmische Zeiten vor uns!
Wir sind froh wenigstens schon die erste Etappe überstanden zu haben!
Wir haben zwischen 8 und 10 Stunden auf dem Rad verbracht!
Wir genießen den Ruhetag in Chos Malal!

Von den letzten 6 Tagen auf dem Rad muss eigentlich nur von der letzten Etappe von Barrancas nach Chos Malal erzählt werden…


Außer dass ich zwei Tage zuvor genau in dem Zeitfenster am Camp vorbeifuhr, als der Truck nicht mehr von der Straße aus zu sehen und die Zielfahne noch nicht aufgestellt war, und ich deswegen 26 Extra-Kilometer fahren durfte, ist nichts vergleichbar extremes vorgefallen, als dass was uns die letzte Etappe vor dem Ruhetag geboten hat…

Nachdem wir Tags zuvor bereits 100km mit ca.1200 Höhenmetern auf größtenteils nicht asphaltierten Straßen absolviert hatten, schienen gut 90km (80 davon Offroad) mit 1500 Höhenmetern nicht allzuschlimm. Zwar war dies die erste Etappe in Patagonien und vor zwei Jahren hatte es hier viel Gegenwind gegeben und es ging hinauf auf einen Vulkan, aber so extrem hatte es keiner erwartet!

Wir hatten es mit verschiedenen Widrigkeiten zu tun. Permanente Steigung, teilweise steile Rampen, grobe, lose Steine, tiefer Sand und ein amtlicher Wind. In zufälliger Abwechslung taten sie sich zu zweit zusammen und spielten einander in die Karten. War es besonders steil, war es häufig auch besonders sandig, so dass man regelmäßig aus den Pedalen musste und nur schwer wieder starten konnte. Gab es eine festere Spur auf der man theoretisch einigermaßen voran kam, drehte der Wind etwas und blies einen quer über die Straße, so dass man im weicheren Sand am Rande landete. Manchmal taten sie eich auch alle zusammen – 4 gegen 1 – wie gemein und ein scheinbar aussichtsloser Kampf! Zwei gegen Einen war schon unfair!

Und verhieß bspw. ein etwas heller Streifen 2km früher noch einen einigermaßen festen Untergrund, konnte das im nächsten Moment schon wieder etwas ganz anderes bedeuten. Ein ums andere Mal wurde man so in die Falle gelockt.

Als dann nach einem Teil der Strecke auch noch ein einsames Straßenbau-Fahrzeug sein Unwesen trieb und den evtl. vorher einigermaßen festen Untergrund aufschabte, auflockerte und so quasi unbefahrbar machte, setzte das der Spitze den Eisberg auf die Krone…

Für die 44km hinauf zum Lunchstopp benötigte ich 4:45 Std! Und es waren immernoch knapp 50km zu fahren. Davon zwar ein Teil bergab – aber auch hier war der Wind gefährlich, der einen mit seinen starken Böen regelmäßig aus dem Gleichgewicht brachte.

Nach 8 Stunden Konzentration und Willen erreichten wir dann das Camp in Chos Malal. Die letzten Fahrer, welche nicht in den Truck stiegen, kamen nach 10 Stunden an! Der Truck war mit 9 Fahrern voll beladen. Erik musste mit seinem Crossbike zum ersten Mal kapitulieren und “Team Sweden” machte aufgrund eines Defektes aus der Mountainbiketour eine 18km lange Wanderung.

Mal sehen was uns in den nächsten Wochen noch erwartet…

 

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