Chos Malal-San Carlos de Bariloche

Nachdem uns auf der ersten Etappe in Patagonien bereits der Wind ordentlich ins Gesicht geweht war, durften wir zumindest auf den ersten Tagen nach dem Ruhetag in Chos Malal erneut Bekanntschaft mit ihm machen.


Vorallem auf der zweiten Etappe wurde es recht extrem. Aufgrund der Erfahrungen der letzten Austragung wurde der Etappenstart auf 7 Uhr vorverlegt um dem vormittags aufkommenden Westwind längstmöglich einigermaßen zuvor zu kommen. Start um 7 Uhr heißt Frühstück um 6 Uhr und Weckerklingeln um 5:30 Uhr. Es ist noch dunkel! Für die erste knappe Stunde ist der Wind noch mäßig. Doch mit der beginnenden leichten Steigung (von 800m auf 1800m) setzt von Westen her eine steife Brise ein! Gesittetes Windschatten-Fahren in einer Gruppe mit 8 Fahrern ist nicht mehr möglich. Der Wind wechselt ständig leicht die Richtung, kommt von allen Seiten – nur nicht von hinten. Mit 5-10 km/h kämpfen wir dagegen und versuchen wenigstens für einen Moment etwas Windschatten am Hinterrad eines anderen zu finden, bevor man von der nächsten heftigeren Böe wieder über die Straße geweht wird. Der Lunchstopp nach 60km und mehr als 3 Stunden in einem kleinen Restaurant bietet etwas Schutz vor dem Wind und eine kurze Verschnaufpause.
Danach geht es noch etwas weiter bergauf, hinein in die wunderschöne Wildnis von Patagonien. Auf jetzt unasphaltierter Straße geht es hinauf bis zu den letzten im Frühling verbliebenen Schneefeldern, bevor es entlang des reißenden Flusses Alumine hinunter ins Tal geht. Mit über 7 Stunden für 140km war ich froh die Campsite zu erreichen.

Die nächsten Tage bis nach San Carlos de Bariloche führten uns entlang der “Ruta de 7 Lagos” entlang einer herrlichen Seenlandschaft, welche mit den sie umgebenden schneebedeckten Gipfeln ein wenig an die Schweiz erinnert. Da die letzten Etappen ohne Zeitwertung gefahren werden, bleibt hier und da Zeit für einen kleinen Stopp. Sonnige Terassen von Weinbars oder Kaminfeuer in Gasthütten sind dabei die besten Plätze um eine Flasche argentinischen Weißwein zu genießen.

Wie stark der Wind in Patagonien sein kann, lässt sich vielleicht damit bildhaft machen, dass hier in San Carlos de Bariloche bis zum vorigen Wochenende der Worldcup im Kite-Surfen stattgefunden hat…

 

1 mal kommentiert ↓

  1. Mark sagt:

    bis auf den Wind hört sich das ja gut an; ich hoffe, Deine Schmerzen haben sich auf ein erträgliches Maß reduziert; das Ziel kommt in Sicht – jetzt nur nicht nachlassen

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