El Calafate-NP Torres del Paine

Die letzten drei Tage und die letzten rund 300km seit El Calafate waren wieder sehr windig. Wind, bei dem man in Mitteleuropa lieber zu hause bleibt, oder zumindest nicht unbedingt Radfahren geht.

Ausnahme mag es sein, wenn der Wind von hinten kommt, wie auf den ersten 100km aus El Calafate Richtung Osten. Ließen sich diese 95km trotz eines Anstieges von 600HM für alle noch in ca. 3 Stunden bewältigen, änderten sich die Verhältnisse gewaltig, als wir Richtung Süd-Süd-West abbogen in Richtung des Nationalparks Torres del Paine. Auf den weiteren 60km bis zum ersten Bushcamp in Tapi Aike war es noch nicht allzuschlimm. Zwar ist Seitenwind auf Schotterstraßen nachwievor nicht besonders spaßig. Also waren wir nach weiteren vier Stunden nach insgesamt über 7 Stunden auf dem Rad am Ziel in einer kleinen Tankstelle – another day in the office!. Hier konnten wir vor dem Wind geschützt warten bis die Crew ein neues Bushcamp gefunden hatte.
Am nächsten Morgen hörte ich ein paar Regentropfen auf mein Zelt trommeln und hörte von draußen im Camp das Gerücht, dass es schneien würde. Mein erster Blick aus dem Zelt zeigte mir tatsächlich ein paar zarte Flocken, doch der größte Teil des Himmels war nicht allzu grau. Auf dem Weg zum Frühstück sah ich dann auch den Himmel im Westen. Der Richtung in welche wir uns heute bewegen sollten. Dunkelgrau! Und der Wind kam genau aus dieser Richtung. Folglich war es angebracht die Kleiderwahl nochmal ein wenig zu überdenken… Bereits die ersten Meter auf der direkt zum Wind ausgerichteten Straße gaben uns ein Vorahnung was uns erwarten sollte. Geschwindigkeit kleiner 10km/h und Schneeregen der einem ins Gesicht peitschte. Dass wir nicht schon nach kurzer Zeit klitschnass waren, war im wesentlichen der Tatsache zu verdanken, dass es schon bald nur noch schneite. Zwar konnten wir mit der Zeit die Geschwindigkeit ein wenig erhöhen in dem wir uns abwechselten, trotzdem waren die knapp 60km bis zur Grenze zwischen Argentinien und Chile lang… Auf die Schneestürme folgten immer mal wieder kurze Abschnitte von Sonne – doch diese Freude war meistens nur kurz. Dass der Schnee nicht liegen blieb ist wohl weniger auf die Temperatur von 1° C zurückzuführen, als auf die Flugbahn der Flocken. Von SchneeFALL konnte nämlich keine Rede sein. Die Flocken bewegten sich quasi horizontal über die Landschaft und blieben einzig im Schoß der Biker, auf den Brillengläsern, Handschuhen und Schuhen liegen. Bevor er von dort von einer nächsten, heftigen Windböe wieder fort geweht wurde.
Die Grenze erreichten wir genau nach drei Busladungen von Touristen, so dass wir nass und durchgefroren und ohne Lunch an die eineinhalb Stunden auf unseren Exit-Stamp warten mussten. Was zu essen gab es dann aber an der Chilenischen Grenze, da der Lunchtruck nicht befugt war Obst, Fleisch u.ä. einzuführen. Also machten wir uns über das Obst her, bevor es im heißen Feuer der chilenischen Grenzjustiz verschwand.
Gestern sind wir dann im Nationalpark Torres del Paine angekommen. Herrliche Seenlandschaft mit schneebedeckten Bergen. Doch auf dem Rad leider nachwievor keine Gelegenheit sich lange umzugucken, sonst findet man sich allzu schnell irgendwo neben der Straße wieder. Allerdings wird man auch so oft genug von einer Böe erfasst die einen in eine Richtung weht in die man eigentlich nicht will. Und wenn man sowieso schon gezwungen ist anzuhalten, kann man wenigstens den Ausblick genießen!

 

1 mal kommentiert ↓

  1. Hi Martin,
    the tour is almost completed, what an adventurous journey. Well done Martin, you can be proud. Reading all your stories it didn’t come for nothing…seems like I didn’t miss much with all the winds, storms, snow and other weather conditions :-)
    Best wishes, Francien

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